Vier mal nahm sie an den Olympischen Spielen teil (1996 – 2008); sieben Jahre lang war sie unter den Top 10 der Welt – (fast) allein unter Asiatinnen sozusagen. Und vor circa 10 Jahren gewann Tamara BOROS als letzte Europäerin eine Medaille in Paris-Bercy, bei jenen Weltmeisterschaften, die auch für Werner Schlager Bühne eines historischen Triumphes waren. 2012 hing die beste kroatische Tischtennis-Spielerin aller Zeiten ihren Profi-Schläger an den Nagel und schlägt heute im Trainerteam der  Werner Schlager Academy auf. Mit nunmehr 36 gilt all ihre Leidenschaft dieser Aufgabe.

 

WSA-Team_Coaches_Bettina_MULLER

Wann hast du dich entschieden, ins Trainerlager zu wechseln?

Das war 2008. Ich habe gefühlt, dass ich für das Niveau, das ich von mir selbst erwartete, nicht mehr stark genug war. Sich einzugestehen, dass sich deine sportliche Karriere  dem Ende nähert, ist für einen Profi-Sportler nicht leicht. Besonders wenn du 25 Jahre lang für diesen Sport gelebt hast, ihn liebst und sehr gut darin warst.

 

Wie fandest du zur Werner Schlager Academy?

Der erste Kontakt fand 2011 statt. Mario AMIZIC, Headcoach der WSA, fragte mich was ich mir vorstellte nach den Olympischen Spielen in London 2012 zu tun. Ich war sehr glücklich, dass er an mich gedacht hatte. Es war mir wirklich eine Ehre. Schon vor den Qualifizierungen für die Olympischen Spiele hatte ich begonnen, selber Spieler zu trainieren.

Seit einem Jahr ist Schwechat deine berufliche Heimat …

Ich arbeite hier in einer wunderbaren Atmosphäre mit sehr guten Leuten, als Trainer wie als Spieler. Wertvoll ist deshalb nicht nur die eigene Spielerfahrung, sondern auch die Trainingsmethoden von Profi-Trainern an mir selbst miterlebt zu haben. Die WSA ist wirklich ein großartiger Ort als Coach zu starten.

Wie läuft dein Tag ab?

Ich verbringe mindestens sechs Stunden pro Tag in der Akademie. Für gewöhnlich beginnen wir mit einem kleinen Meeting zur Vorbereitung auf ein größeres Meeting, das jeden Montagmorgen stattfindet. Zusammen mit der Japanerin Aya UMEMURA trainiere ich die Mädchen. Mit ihrem asiatischen und meinem europäischen Hintergrund ergänzen wir uns gut – und unsere jungen Schülerinnen profitieren davon.

Wie kommst du in deinem Beruf zurecht?

Wenn ich mir unsicher bin, suche ich Rat bei Aya oder anderen Trainern wie Dirk WAGNER oder Richard PRAUSE, die besonders auch im Umgang mit Top-Spielern sehr viel Erfahrungen gesammelt haben. Ich liebe den Austausch mit anderen Trainern und ich lerne dabei.

Während der EM 2013 warst du Teil des kroatischen Teams …

Ich have Neven CEGNAR in seiner Arbeit assistiert. Mit dem kroatischen Team versuchen wir, jungen Spielern dabei zu helfen sich für die Olympischen Spiele 2016 oder 2020 zu qualifizieren.

Wie fühlt es sich an, sich für Spieler anderer Länder zu unterstützen, gegen die du später noch spielen könntest?

Das ist für mich kein Thema. Die Akademie ist wie eine Familie und deshalb tue ich alles, um unsere Spieler zu unterstützen. Mit Spannung verfolgte ich die EM und es war wundervoll zu sehen, wie sich die Mädchen entwickeln. Gerade Daniela DODEAN, Andrea TODOROVIC und Sarah NUTTE, die sehr stark geworden ist. Bei Turnieren mache ich mir unterschiedslos für alle Notizen, was noch zu verbessern und woran im weiteren Training zu arbeiten ist. Wenn eine kroatische Spielerin auf eine WSA-Spielerin trifft, halte ich mich zurück, bleibe neutral.

Was würdest du jungen Spielern, die viel vorhaben, mit auf den Weg geben?

Ende letzten Jahres fanden wir  Gelegenheit, Tamara um eine kurze Videomessage zu dieser Frage zu bitten.

 

 

 

Über den Autor

Hubert

He recently joined the Butterfly France team. Hubert, in addition to following high level table tennis for many years (and playing himself), as a journalist, he creates a lot of content. He is now the chief editor for Butterfly Mag. He is also the communication manager for Butterfly in France.

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