Quentin hat nicht erst 2013 tolle Leistungen gezeigt und für Überraschungen gesorgt. Aber gewiss haben ihm noch in keinem Jahr Glückstreffer und Griffe in die Trickkiste soviel Bekanntheit und auch Sympathien beschert.

Ohne von seiner positiven Entwicklung im Wettkampfbetrieb ablenken zu wollen, gönnen wir uns einen Rückblick auf die schönsten 3 Beispiele – sind doch auch Glückstreffer ein Ausdruck von Spielfreude und Selbstsicherheit, oder nicht?

Sonntagsschüsse „wie vom Fließband“

Sei es gegen den Weissrussen Kiryl Barabanov bei den Kuweit Open, sei es bei den Weltmeisterschaften in Bercy im Doppel mit Adrien Mattenet gegen Franziska/Mengel oder auch gegen Chinas YoungStar Yan An – nicht normal, was Quentin letztes Jahr selbst unter Wettkampfdruck an Überraschungen aus dem Ärmel gezogen hat. Weit mehr als 2 Millionen mal wurden seine HeldenTTaten allein 2013 bei Youtube aufgerufen – weit mehr als die Videos der Finalspiele derselben Wettbewerbe.

Zumal der Begrif „Trickshot“ hier nicht wirklich zutrifft. Schließlich sind die „Shots“ kein Ergebnis langen Einstudierens für Shaukämpfe und nicht Teil einer Trainingsroutine, sondern entstehen meist einfach aus der Not in spannenden Spielsituationen heraus.

Hier ein paar schöne Beispiele

 

Swedish Open 2011 – Sieg über MA Lin

Doch sollen die medienwirksamen Ballwechsel nicht davon ablenken, dass Quentin Robinot in den letzten Jahren eine beeindruckende Entwicklung geglückt ist und er sein Potenzial oft bewiesen hat. Stellvertretend dafür steht gewiss auch der Sieg über MA Lin schon 2011 bei den Swedish Open.

 

Interview mit Quentin im Rahmen der EM 2013

Glückwunsch zum Sprung unter die Top 100 der Welt!  …

Anfang September sagte ich zu meinen Eltern: „Wenn ich nicht die Top 100 knacke, konzentriere ich mich auf meine Ausbildung. Nun, ich kam in die Top 100 und erreichte so mein erstes Ziel. Jetzt setze ich mir neue Ziele und – schauen wir mal, wo mich das hinführt.“

Wie siehst du im Nachhinein das Viertelfinale bei den Europameisterschaften 2013?

Ich denke, dass ich trotz meiner Verletzung der Achillessehne, die mich bei meinen Vorbereitungen stark behindert hat, ein gutes Turnier gespielt habe. Unterdessen fing es an zu verheilen, und mein Selbstbewusstsein kehrte zurück. Dadurch konnte ich bei den German Open und Swedish Open selbstsicher aufspielen und mit guten Spielen aufwarten. Letztlich war es die harte Arbeit im Sommer, die mich einen großen Schritt weitergebracht hat.

Was ist mit den Schmerzen in deiner Schulter, die zuvor noch ein Thema waren?

Das hat mit Umstellungen in meinem Spielsystem zu tun. Mein Schulterbereich war darauf zu wenig vorbereitet. Jetzt habe ich das im Griff, und die Schmerzen sollten bald ganz aus der Welt sein.

Ja stimmt, dein Spiel wirkt deutlich aggressiver …

Richtig. Die Trainer forderten mich dazu auf – und rückblickend war dies auch die einzige Möglichkeit voranzukommen. Ich übte also, näher am Tisch zu bleiben und dadurch schnellere Ballwechsel zu provozieren. Das Topspinspiel war eigentlich seit jeher meine Stärke, aber im Seniorbereich halten alle Spieler bei Topspinduellen mit. Ich musste also andere Techniken und Stärken herausbilden, die mein Spiel effizienter und effektiver zugleich machen.

Was sind das für Stärken?

Ich habe im Aufschlag-Rückspiel sehr viel Sicherheit gewonnen, komme mit wechselnden Ballrotationen besser zurecht und kann mich heute auf Rechts- und Linkshänder gleichermaßen gut einstellen.

Wie wertest du für dich die zwei Niederlagen im Entscheidungssatz der U21-Finale – in Deutschland wie in Schweden?

In beiden Fällen hatte ich Schwierigkeiten mit den Techniken meiner Gegner. In Deutschland war es gegen Masataka Morizono, einen Linkshänder. Und das andere Mal in Schweden, gegen Taipei Hung Tzu-Hsiang, einem Rechtshänder und Penholder-Spieler, der sehr stark im schnellen Spiel am Tisch war. Aber, ehrlich gesagt, hat mich auch diese Niederlage nicht frustriert, da ich ihr durchaus Positives abgewinnen kann. Denn es war mir immer wieder gelungen, mentale und physische Ressourcen zu aktivieren und Rückstände aufzuholen.

Fühltest du dich vor dem Finale zur Quali für Grand Finals in Dubai besonders unter Druck?

Vor dem Halbfinale in Deutschland kam Simon GAUZY zu mir und sagte: „Wenn du gewinnst, bist du für Dubai qualifiziert. Ich würde mich total freuen, wenn wir das Turnier zusammen bestreiten und uns gegenseitig unterstützten können. Und in der Gruppenphase werden wir glücklicherweise gar nicht aufeinandertreffen.“

Die Resultate der U21-Wettbewerbe werden für die Qualifikation zu den Mannschafts-Weltmeisterschaften 2014 in Japan nicht gewertet. Machst du dir Sorgen deswegen?

Ich möchte mich auf das Wettrennen um einen WM-Platz mental gar nicht weiter einlassen.Ich geb in meinen Spielen einfach das Beste. Wenn das nicht reicht, um im Seniorbereich dabei zu sein, werde ich mein Bestes bei den U21 geben. Ich sage mir einfach, dass der Platz dann kommen wird, wenn mein Einsatz und meine Ergebnisse stimmen.

Über den Autor

Hubert

He recently joined the Butterfly France team. Hubert, in addition to following high level table tennis for many years (and playing himself), as a journalist, he creates a lot of content. He is now the chief editor for Butterfly Mag. He is also the communication manager for Butterfly in France.

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