Drei Jahre ist Liam Pitchford nun in Deutschland und macht immer mehr auf sich aufmerksam. Zuletzt im November bei den German Open in Berlin. Durch Siege über vier Spieler mit höheren Weltranglistenplätzen als er selbst kämpfte sich Liam ins Viertelfinale, wo er in Timo BOLL seinen Meister fand. Diese Leistung katapultierte ihn in der Dezember-Weltrangliste um 64 Plätze nach oben – auf Platz 54. Mit seinen 20 Jahren beweist er sich damit als ein Hoffnungsträger im alten Kontinent.

Foto: Rémy Gros

Foto: Rémy Gros

Offenbarung in Danzig

In den vergangenen 2 Jahren gelang ihm ein Überraschungssieg nach dem anderen. Bei den Europameisterschaften 2011 schlug Liam Vladimir SAMSONOV, Alexei SMIRNOV, Dimitrij PROKOPCOV und Robert GARDOS – und kämpfte sich damit in die Top 250 der Welt.

„Polen werde ich nie vergessen. Ich habe ein optimales Turnier gespielt und konnte mich als Junior bei den Herren behaupten. Besonders der Sieg über  SAMSONOV bedeutet mir sehr viel, denn Vladi ist schon seit meiner Jugend ein großes Vorbild.“

 

 

 

German Open 2013: Harte Prüfung – bestanden

Liam_Pitchford_Remy_Gros_07_SMALL

Foto: Rémy Gros

Auch in Berlin gelang ihm ein Streich nach dem anderen. Er bezwang YANG Zi (Nr. 81 ) , OH Sang-Eun (Nr. 29 ), GAO Ning (Nr. 16) und Kenta MATSUDAIRA (Nr. 18) – in einem Feld mit den meisten der besten Spieler der Welt. Bei den Junioren, deren Nr. 1 er immerhin schon einmal war, wurde allerdings von einem Franzosen gestoppt, der schon bei der Jugendeuropameisterschaft Medaillen geholt hatte. „Ich habe durchaus gute Ergebnisse erzielt, aber ich war zu fahrig. Jetzt fühle ich mich besser aufgestellt, auch durch gezieltes Fitnesstraining.“ Momentan erntet Liam die ersten Früchte seiner harten Arbeit. Ochsenhausen schon mit 17 Jahren beizutreten, zeigt seinen Einsatz und seine Entschlossenheit.

Tischtennis entdeckte er an der Schule

Liam war 9 Jahre alt als er Tischtennis an der Chesterfield Schule entdeckte, machte aber  schnelle Fortschritte. „Erst mit 16 habe ich begonnen, zwei mal pro Woche zu trainieren. In Sheffield, wo ich nur 20 Minuten vom nationalen Trainingszenter entfernt wohnte. Es war praktisch, aber da dort keine  Topspieler trainieren, boten sich kaum Möglichkeiten besser zu werden.“Liam weiter: „England in einem so jungen Alter zu verlassen, war keine leichte Entscheidung. Aber ich war besessen davon, besser zu werden.“ Und dann bot sich die Gelegenheit, sich einen Platz in einem Top Club der Bundesliga zu ergattern. „Durch Ochsenhausen konnte ich mich ganz anders entwickeln. Ich änderte meine Spiel- und Denkweise. Ich wurde ein komplett anderer Spieler.“

Vor Rio 2016 kommen die Commonwealth Spiele

Bei den Olympischen Spielen in seiner Heimat so richtig auf den Geschmack gekommen, will sich Liam nun auch für die Spiele 2016 qualifizieren. „Ja, das war  eine große Ehre in London dabei gewesen zu sein und weckte den Wunsch, mich nun auch für Rio zu qualifizieren. Doch davor kommen erstmal noch die 20. Commonwealth Spiele unter Leitung von Elizabeth II. 2010 gewannen wir Silber im Team. Indien und Singapur sind unsere größten Konkurrenten, aber ich glaube an unsere Chance, sie zu schlagen.“. Dank seines Erfolges gegen die Nr. 1 von Singapur führte England im Finale sogar mit 1 zu 0…

Alan Cooke über Liam Pitchford

„Wir sind sehr beeindruckt von Liams aktuellen Leistungen während der ITTF Pro-Tour und  erhoffen uns sogar noch bessere Leistungen in dieser Saison. Er arbeitet hart und viel und bekommt nun endlich seinen verdienten Preis. Physisch, technisch und – besonders wichtig – mental hat er einen Riesensprung gemacht. Viele Spieler können sich körperlich und technisch steigern, doch nur wenige schaffen das auch mental“, weiß Alan Cooke, der neue Kapitän des englischen Herrenteams. „Ich kenne Liam seit seiner Jugend und ich denke, er hat sich in den letzten Monaten wirklich stark weiterentwickelt. Ich freue mich sehr darauf mit ihm in einem Team zu spielen. Ich hoffe zudem, dass Liams Entwicklung auch den Beginn eines Weges zu späterem Erfolg bedeutet!“

Kampfgeist ist nicht die einzige Stärke des Briten. Doch für alle, die Liam am Tisch kämpfen sehen, ist dies mit Sicherheit besonders offensichtlich. „Spielerisch wird man vielleicht erkennen, dass ich früher ein Fan von Jan-Ove Waldner war. Er war ein fantastischer Spieler, doch unter allen Athleten war mein eigentliches Idol Mohamed Ali.“, überrascht uns der leichtgewichtige Liam PITCHFORD.

Obwohl er amerikanischen Rap hört, geht auch die britische Musikkultur nicht ungehört an ihm vorüber. Besonders die überschwenglichen Kreationen der Mersey-Bands findet er nicht schlecht. Als Fan der REDS Liverpool gefallen ihm auch die Fab Four und natürlich die Inkarnation dieser Stadt: „die Beatles – auch wenn sie überholt sind“.

Alan Cooke, National Coach

Foto: Rémy Gros

Alan COOKE soll den Englischen Tischtennisverband (ETTA) nach oben bringen

Als ehemaliger Spieler der Englischen Nationalmannschaft wird Alan Cooke von vielen hoch angesehen. Bei den Europameisterschaften 1990 gelang ihm der Sprung ins Viertelfinale – im Doppel wie auch im Einzel.

Bereitete er zuvor die Englische Damen-Nationalmannschaft als Trainer auf die EM 2013 vor, soll er jetzt das Herren-Team bei den Commonwealth Spielen nach vorne bringen. die nun zum zwanzigsten Mal stattfinden – vom 23. Juli bis zum 3. August 2014 in Glasgow, Schottland.

Zudem ist er auch Kapitän des Teams.

 

 

 

 

 

Ein Kommentar

  1. René

    Pitchford ist ein interessanter Spieler. Er hat einen eigenen Stil mit sehr guter Rückhand und viel Übersicht. Ich schaue ihm gerne zu – er ist immer für eine Überraschung gut.