Für viele steht er in dem Ruf, aktuell der stärkste Spieler der Welt zu sein. Für uns stand Zhang Jike bei seinem Besuch in unserem Headquarter nahe  Tokyo neben all den Technikstudien auch für ein kurzes Interview in lockerer Atmosphäre bereit.

 

Zhang Jike_Trikot

Q1 : Wie würdest du deinen Charakter oder dein Wesen beschreiben?

„Im Wettkampf bin ich manchmal eine Rampensau (lacht). Aber davon abgesehen kennt man mich eher als geselligen Typ, denke ich.“

 

 

 

Q2 : In welchem all der Länder, die du bisher bereist hast, gefiel es dir am besten?

„In Frankreich (Paris) und England (London), denn hier wurde mein Besuch jeweils mit einer Goldmedaille belohnt.“

 

Q3 : Worin liegt deine eigentliche Stärke?

Zhang Jike high„Darüber können meine Gegner im Wettkampf vielleicht bessere Auskunft geben als ich selbst (lacht).

Aber klar, gerade als Sportler ist es wichtig, sich stets mit seinen Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und sich ihrer bewusst zu sein. Denn je besser man sich selbst kennt — desto besser versteht man letztendlich auch seine Gegner im Spiel. Was mich deshalb manchmal verunsichert ist, wenn sie zwar mich genau kennen — ich aber sie nicht.

Alles in allem würde ich auf diese Frage jedoch meine «physische Stärke» nennen.“

 

 

Q4 : Welches war dein bestes Spiel bisher?

„Das war wohl das Halbfinale gegen Timo Boll 2011 bei den Weltmeisterschaften im Herren-Einzel. Hier hatte ich das Gefühl, das Maximum aus mir selbst herausgeholt zu haben.“

(Anm.: Sehen wir es uns doch gleich einmal an)

 

Q5 : In den Momenten, als du erneut Weltmeister und auch als du Olympiasieger wurdest, bist du toll aus dir rausgegangen. War das auch ein bisschen geplant? Worauf dürfen wir uns als nächstes freuen?

„Nein, das war nicht geplant, vollkommen improvisiert. Es entsteht aus der ganzen Atmosphäre und der Situation heraus. Und beim nächsten Mal — … das ist ein Geheimnis.“

 

Q6 : Mal ganz abgesehen von dir selbst, ist China generell die führende Nation im Tischtennis. Aus welchem Grund?

„Das liegt gewiss auch an der Struktur und Organisation in unserem Land. Es sind nicht die Leistungen der Spieler und deren persönlichen Coaches allein, sondern auch die der Teamleiter, Trainer, Spielanalysten, Masseure etc., die ich in ihrer Gesamtheit als eine sehr kraftvolle Infrastruktur empfinde. Ganz gewiss ist es nicht zuletzt diese Basis, die die Führungsrolle ausmacht.“

 

Q7 : Mit welchen Spielerkollegen verstehst du dich am besten?

„Diese Frage würde ich gern unbeantwortet lassen.“

 

Q8 : Nun verbindet dich und Butterfly schon eine lange Zeit. Wie ist dein Eindruck?

„Butterfly kümmert sich sehr engagiert und mit Liebe zum Detail um die individuellen Ansprüche von Spielern. Man kann sich ganz auf sein Spiel konzentrieren. Auch was Materialforschung und -entwicklung anbetrifft, kann sich nach meinem Empfinden kein anderer Ausrüster mit Butterfly messen.“

 

Q9 : Was ist dein nächstes großes Ziel?

„Erneut das «Tripple» zu schaffen“ (Anm.: Weltmeister, Olympia- und Weltcup-Sieger)

 

Q10 : Was bedeutet Tischtennis für dich?

„Leben“.

 (Übersetzung aus dem Japanischen und redaktionelle Bearbeitung von Frank Völler)

Über den Autor

Manabu

Manabu Nakagawa ist Redakteur und Herausgeber des „Table Tennis Report”. Das japanische Magazin wurde von Hikosuke Tamasu (dem Gründer von Tamasu Co.) gegründet. Manabu begleitet das beliebte Magazin mit 60 jähriger Tradition seit 25 Jahren und bereist viele Länder, um von hochkarätigen Turnieren wie den olympischen Spielen oder der Weltmeisterschaft zu berichten. Dabei übernimmt er vielseitige Aufgaben, kümmert sich um Reportagen, Fotos und Interviews mit den Topspielern, zu denen er ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.

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