Alexander Flemming

Alexander Flemming

Schon seit dem letzten Jahr unterstützt Butterfly die Bewegung „Clickball“, die auf Anhieb Freunde fand — und nun immer breitere Kreise zieht. Eigentlich richtet sich Clickball an Vollblut-Hobbyspieler. Doch ist der neue Kick auch für Semi- und sogar professionelle Spieler Anlass genug, den Schläger öfter mal gegen eine „Sandpapierkelle“ zu tauschen und sich mit Gleichgesinnten zu duellieren. Zum Beispiel um die Teilnahme am 2. Deutschen Clickball Cup oder gar an den 4. „Weltmeisterschaften“.

Unstrittig ist das Potenzial von Clickball, Spieler aller Klassen und Ligen an einen Tisch zu bringen. Was steckt dahinter?  Wir haben uns einmal umgehorcht.

 

Clickball – aus Spaß wird Ernst?

Clickball Quali NRW 2014

Clickball Quali NRW 2014

Letztes Jahr traten insgesamt 64 Teilnehmer aus der gesamten Republik beim 1. Deutschen Clickball Cup an. Eine Qualifikationsphase gab es noch nicht. Die Anmeldung genügte zur Teilnahme.

Schon in diesem Jahr, 2014, hat der ZeiTTvertreib eine neue Dimension angenommen. Es wurde ein Qualifikationssystem eingeführt und Clickball erobert nach und nach alle Bundesländer. Bereits jetzt zeichnet sich eine Beteiligung von mehr als 400 Teilnehmern ab, die bei insgesamt 6 regionalen Qualifikationsturnieren um die begehrten Tickets für den 2. Deutschen Clickball Cup kämpfen. Eine Steigerung um über 600%.

Grund genug, dem Trend hier etwas weiter auf den Grund zu gehen. Für die meisten liegt der besondere Kick in der „Waffengleichheit“: Keine Materialnachteile, kein fieser Spin, keine gemeinen Aufschlagtricks. Faktoren, die im herkömmlichen Tischtennis durchaus dazu beitragen können, ob jemand eine Liga höher oder niedriger spielt. Für andere sind es auch die ganz neuen Gesichter am anderen Ende des Tisches. Weil hier so mancher auch gegen Spieler höherer Ligen besteht. Und weil es beim Clickball keinen Geschlechterunterschied gibt.

 

Für alle, die es noch nicht kennen: Was ist Clickball?

Wir fragten, Jürgen Leu, den Gründer und Organisator von „Clickball“ in Deutschland. Im Wesentlichen ist Clickball  für ihn „Tischtennis in seiner ursprünglichsten Form“ und vereint zwei Dinge: „einheitliches, einfaches Spielmaterial mit moderner und mediengerechter Inszenierung“.

Der Schläger „besteht aus einem einfachen Holz, das beidseitig mit Sandpapier beklebt ist. Dadurch wird das Spiel nahezu rotationslos, deutlich langsamer und für Außenstehende und Medien leichter nachzuvollziehen.“ „Moderner und mediengerechter“ heißt auch, dass Clickball nicht nur im Keller, auf Spielplätzen, Gartenterassen oder als Gag beim Tischtennis-Training asugeübt wird, sondern als organisierter Wettbewerb mit nationalen und internationalen Meisterschaften.

Warum viele Worte? Sehen wir uns Clickball einfach mal an:

 

Wir fragten Spieler verschiedener Ligen: Worin liegt der Reiz beim Clickball?

Robert Ross

Robert Ross

Robert Roß, Verbandsliga

„Clickball hat den Reiz der Waffengleichheit. Bei gleichen Voraussetzungen entscheidet Gefühl, Taktik und Präzision, wer das Spiel gewinnt.

Die längeren Ballwechsel geben dazu immer das Gefühl im Spiel zu sein und damit auch eine Siegchance zu haben. EINFACH GEIL!!!“

 

Maxim Shmyrev, Russland, 3-facher Titelträger bei der WCCP

„Clickball bot mir einmal mehr den Reiz mich weiter zu entwickeln. Und es kommt mir persönlich entgegen, da ich mich nicht so stark übers „Ballgefühl“, sprich über das Spiel mit unterschiedlichen Ballrotationen, definiere.

Maxim Shmyrev, RUS

Maxim Shmyrev, RUS

Auch bot mir die Disziplin Gelegenheit zu tollen, sogar internationalen Erlebnissen und Kontakten. Zum Beispiel auf einem entsprechenden Event in Amerika, bei dem auch Appelgren, Paul Drinkhall und andere renommierten Tischtennisspielern aus Deutschland, Korea und China teilnahmen.

Ein tolles Vehikel, um Tischtennis auch im Breitensport noch populärer zu machen, finde ich.“

 

Ralf Schusseil, Kreisliga

Ralf Schuseil

Ralf Schuseil

„An erster Stelle steht ganz klar, dass es für niemanden einen Materialvorteil gibt und dass man dadurch auch gegen höherklassige Spieler eine echte Chance hat. Das Umfeld, wie es beim 1. Deutschen Clickball Cup in Erfurt aufgezogen wurde, war für uns ein Anreiz.

Dass Butterfly Clickball unterstützt und dadurch noch ein super Flair mitbringt, das Fairplay der Spieler und die Begeisterung, ich kenne oder habe keinen Teilnehmer kennen gelernt, der nicht begeistert war!“

 

Isabell Schwanke, Kreisliga Mädchen

Isabell Schwanke

Isabell Schwanke

„Ich fand Clickball toll, weil ich gegen Ältere und Bessere spielen konnte. Mit den Schlägern zu spielen hat auch richtig viel Spaß gemacht. Ich würde es wieder machen.“

 

Bernd Ahrens, Regionalliga

„Mir macht Clickball so viel Spaß, da man mit gleichen Mitteln gegeneinander antritt und im Durchschnitt längere Ballwechsel zustande kommen. Da Spin nicht so eine große Rolle spielt, glaube ich, dass vor allem für Hobbyspieler diese Art von Tischtennis reizvoll ist, weil das Spiel dann einfacher zu verstehen ist.“

 

Ewgenij Milchin, Regionalliga

Bernd Ahrens

Bernd Ahrens

„Der Reiz besteht für mich einfach darin, dass es Tischtennis-nah ist. Als leidenschaftlicher Spieler, der auch um 3 Uhr morgens für eine Trainingseinheit zu gewinnen ist, bin ich immer interessiert mich an der großen Platte (4er-Tisch) oder beim Clickball zu versuchen.

Das Besondere beim Clickball ist, dass es im Gegensatz zum 4er-Tisch neben dem Tischtennis-Können nicht nur auf die Fitness ankommt. Sondern auch auf das Talent, sich an einen ganz anderen Schnitt zu gewöhnen und das Vermögen zu haben, von der gewohnten Technik abzuweichen! Will man ein guter Clickball-Spieler sein, muss man raffiniert spielen und viel Feingefühl haben.

Ewgenij Milchin

Ewgenij Milchin

Weiterhin besteht die Magie darin, dass auch Tischtennis-Spieler mit weniger TTR-Punkten Spaß dran haben und gegen Spieler mit höheren TTR-Werten durchaus gewinnen können.

Clickball ist Tischtennis nah, aber kein Tischtennis! Außerdem ist Clickball eine sehr faire Sportart könnte man sagen, weil alle nun einmal mit den gleichen Schlägern spielen.

Der Double Point sorgt für eine gewisse Spannung in der Luft und mit dem orangenen Ball, welcher deutlich macht: „Jetzt kann das Spiel gedreht werden“.

Es ist für Tischtennis-Spieler eine Abwechslung, etwas Anderes und macht einfach Spaß aufgrund der durch das Material (Sandpapier) bedingten längeren Ballwechsel. Es ist aber genauso gut für alle, die einfach „normales Ping Pong“ zum Spaß spielen wollen. Zusammenfassend ist Clickball für mich ein toller Ausgleich ohne den üblichen Trainingsort (Halle) zu wechseln und zeigt, wer eine gute Hand für den Sport Tischtennis hat und wer vielleicht auf ein paar Trainingsstunden mehr angewiesen ist. :)“

 

Warum unterstützt Butterfly eine Bewegung, bei er es u.a. um die Aufhebung von Materialunterschieden geht?

Rüdiger von Berg, Sales Director Butterfly

Rüdiger von Berg

Rüdiger von Berg

„Das Engagement hat unterschiedliche Gründe. Wir sind durch unseren Partner in Großbritannien  auf Clickball aufmerksam geworden. Auf der Insel bestand bereits eine große Fangemeinde.

Die Sportart Tischtennis bedarf in manchen Bereichen einer Auffrischung; nicht unbedingt im Wettkampf, aber Breitensport-orientiert bietet sie viele Facetten, die sie für alle greifbarer machen kann. Clickball gehört dazu.

Das Experiment, ob und wie sich die individuellen Anlagen auswirken und ob sich das Niveau von Spielern verschiebt, wenn man Materialunterschiede aufhebt, ist ebenfalls ein interessanter Aspekt.

Der Hype hat auch in Deutschland gegriffen; aus einem Qualifikationsturnier zum Finale in Großbritannien ist eine Qualifikationsserie an unterschiedlichen Austragungsorten geworden.

Diese Entwicklung unterstützen wir als Ausrüster sehr gerne.“

 

Hast du mit so einer schnellen und hohen Akzeptanz gerechnet?

Jürgen Leu, Gründer und Organisator

Juergen Leu

Juergen Leu

„Ich wollte herausfinden, ob es in Deutschland und anderen Ländern, in denen Tischtennis zahlreiche Anhänger hat, ein gewisses Potenzial gibt, das bereit ist, sich von dieser Bewegung anstecken zu lassen. Oder mit anderen Worten: Haben die Leute Bock auf etwas Neues, was im Grunde ja nichts anderes ist, als etwas Altes in einem neuen Kleid und mediengerecht  verpackt.

Das Jahr 2013 hat den Grundstein gelegt. Die Initialzündung war meine Teilnahme an der World Championship of Ping Pong in London 2013.

Jetzt, gut 1 Jahr später, kann ich kaum glauben, was sich in dieser kurzen Zeit schon alles getan hat. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein Ruck durch das ganze Land ging. Täglich erreichen mich Nachrichten mit Anfragen zu Turnieren und Schlägern. Die Leute sind heiß auf Clickball und wollen sich selbst davon überzeugen, was das Besondere daran ist.“

 

Wie kam es zum Namen „Clickball“ — wie international ist Clickball?

Jürgen Leu:

Egle Adomelyte (LTU)

Egle Adomelyte (LTU)

„Die Namensfindung war wirklich nicht leicht. Zurückblickend bin ich aber sehr froh über den Namen. Es sollte etwas sein, was das markante Geräusch beim Tippen des Balles auf dem Schläger mit einem Wort, das auf Ballsport schließen lässt, verbindet. Die universelle Verwendbarkeit im internationalen Sprachgebrauch war dann das Tüpfelchen auf dem I und „Clickball“ war geboren.

Dass nicht nur der Trend, sondern auch diese Marke ein sehr großes, auch internationales Potenzial hat, zeichnet sich schon jetzt ab. In Österreich wird die internationale Bewegung bereits unter der gleichen Marke geführt. Lobeshymnen gab es auch von den Machern der „World Championship of Ping Pong“.

Die internationale Vernetzung ist ein Schlüsselelement beim weiteren Vorantreiben des Trends. Sehr gute Beziehungen bestehen mit den Verantwortlichen in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Österreich und der Schweiz und seit kurzem auch zu Luxemburg.“

 

Wie wird bzw. soll sich Clickball weiterentwickeln?

Jürgen Leu:

„Die Tourdaten für 2014 stehen. Es gibt jetzt insgesamt noch 4 Qualifikationsturniere zum 2. Deutschen Clickball Cup. Ich wünsche mir in erster Linie volle Starterfelder in allen Regionen, damit sich der Fleiß und die Mühen der Ausrichter lohnen.

Andrew Baggeley (ENG)

Andrew Baggeley (ENG)

Zusätzlich ist ein „Last Chance Saloon“ ein oder zwei Tage vor dem nationalen Ausscheid in Erfurt geplant. Hier kann noch einmal jeder teilnehmen, der sich noch nicht direkt qualifiziert hat.

Für die weitere Entwicklung wünsche ich mir vor allem eines: Clickball war von Anfang an darauf ausgerichtet, ein Sport für Jedermann zu sein. Ich hoffe, dass ganz viele Frauen, aber auch sehr junge Talente und rüstige Rentner zum Clickball-Schläger greifen und die Männer zum Duell herausfordern.

Weitere Pläne gehen dahin, dass es auch mehr Angebote für den Freizeitbereich und für Unternehmen geben soll. Hier schlummert noch jede Menge begeisterungsfähiges Potenzial. Ich hoffe damit einen wichtigen Beitrag leisten zu können, die Wahrnehmung von Tischtennis in den Medien zu steigern und zu verbessern und wieder mehr Menschen in die Vereine zu locken, denn Vereine und ihre Mitglieder sind die Basis unseres geliebten Sports.“

Sportlichen Dank an alle für die Teilnahme am Interview!

Mehr Informationen: http://clickball.de/

 

 

 

Über den Autor

Frank

Vom Kindergarten bis zur Uni stand er hochambitioniert am Tisch. Heute sitzt der Werbetexter und Japanisch-Übersetzer am Tisch – und setzt sich für das Online Marketing von Butterfly mit allen Themen auseinander, die die Tischtenniswelt bewegen.

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