Mit dem TENERGY 05 begann am 21.4.2008 das Debut der TENERGY-Serie. Schnell nacheinander erschienen die weiteren Modelle 64, 80 und 25, ergänzt um ihre FX-Versionen – und eine einzigartige Erfolgsstory nahm ihren Lauf.

Welcher Tenergy ist der Richtige für dein Spiel?

TENERGY-Beläge

TENERGY-Beläge

Die Wahl des richtigen TENERGY-Belages ist keine reine Mathematik – und auch das Holz beeinflusst den Effekt. Aber es gibt einiges zu verstehen, das die Entscheidung leichter macht.

TENERGY-Beläge unterstützen ein druckvolles Offensivspiel und zeichnen sich durch besondere Geschwindigkeit, Rotation und Kontrolle aus. Alle, je nach Modell, zu einem unterschiedlichen Grad und auf unterschiedliche Art. Aber stets so ausgewogen, dass sie einen bestimmten Spielstil konsequent unterstützen. Bei der Wahl kommt es deshalb auf die individuelle Spielweise und Präferenzen eines Spielers an.

Dies war bei früheren Belägen anders. Beispielsweise erzeugte der Bryce Speed ein herausragendes Tempo, dafür aber kaum Rotation. TENERGY-Beläge hingegen verfügen zu einem hohen Maß über beide dieser Grundeigenschaften. Lediglich in unterschiedlicher Gewichtung.

Nicht zu unterschätzen ist bei der Belagentscheidung auch der Aspekt der Ballkontrolle. Denn auch darin unterscheiden sich die TENERGY-Modelle spürbar. Dazu später mehr.

Mit ihrer Kombination an Eigenschaften ermöglichen TENERGY-Beläge ein Spiel auf einem höheren Niveau als zuvor. Vielen fallen Techniken wie Gegentopspins, Topspins über dem Tisch, die Chiquita-Technik etc. damit leichter als früher.  Die Mitglieder des Butterfly Forschungsteams sind sich heute einig:

TENERGY-Beläge fordern Spieler stärker zur Anwendung von Techniken eines höheren Spielniveaus heraus, laden dazu ein. Durch die Erkenntnis, dass Schlagtechniken und Spielzüge mit einer Sicherheit klappen, die man früher nicht für möglich hielt, macht vielen der Sport noch mehr Spaß.

Tempo mit Rotation? Oder Rotation mit Tempo?

Vergleich: Tempo & Rotation

Vergleich: Tempo & Rotation

Als wesentliche Eigenschaften verlangen die meisten Spieler von ihren Belägen in erster Linie Tempo und Rotation.

Tempomacher TENERGY 64

Der schnellste Belag ist der TENERGY 64, gefolgt vom 80 und vom 64. Für diese Eigenschaft wählen ihn oft Profis, die frühestmöglich punkten wollen und auf die Durchschlagskraft ihres Topspins setzen. Wie Jun Mizutani, Zhang Jike oder Chuang Chih-Yuan.

Rotationswunder TENERGY 05

Rotation Tenergy 05

Die besondere Stärke des TENERGY 05 liegt hingegen in der Rotation. Tangential getroffen, erreicht der Ball die höchste Umdrehungszahl pro Sekunde – noch vor dem 80 und dem 64. Das macht ihn nicht nur bei Topspins besonders gefährlich, sondern auch bei Aufschlägen und sogar in der schnittreichen Abwehr.

Alleskönner TENERGY 80

Am ausgewogensten verhalten sich alle Grundeigenschaften beim TENERGY 80. Denn seine Noppen liegen in Höhe wie Abstand genau zwischen dem TENERGY 05 und dem 64 – und seine Eigenschaften damit auch. Bei hohen Werten in Rotation und Tempo behält man mit dem Tenergy 80 deshalb sehr gute Kontrolle in der Ballannahme wie auch in der Ball-Platzierung.
Das macht ihn ideal für AllroundspielerInnen wie etwa Seiya Kishikawa, Joao Monteiro oder TIE Yana.

Flugkurvenvergleich: Topspins

Ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt und eine gute Verständnishilfe ist die Betrachtung der Flugbahn, die der Ball beim Topspin beschreibt. Die Schaubilder zeigen die Unterschiede. Grundsätzlich gilt:

Je höher und gebogener die Flugbahn, desto mehr Rotation hat der Ball.
Je flacher und direkter die Flugbahn, desto schneller ist der Ball.

Flugkurververgleich beim Topspin

Flugkurververgleich beim Topspin

Wie im Bild dargestellt, weist der TENERGY 05 die höchste und am stärksten gebogene Flugbahn auf, der 64 jedoch die flachste.

Beim TENERGY 05 ist sie nicht nur ein Ausdruck der besonderen Rotation. Es fällt mit ihm auch leichter, Bälle notfalls von unterhalb der Netz- und Tischhöhe mit viel Spin zu retournieren. Ideal für Spieler wie Timo Boll oder Tiago Apolonia. Nicht umsonst sprechen die Profis hier oft vom sprichwörtlichen „Bogen“ im Ball.

Das hohe Tempo bei etwas geringerer Rotation drückt sich beim TENERGY 64 auch in der Flugkurve aus: der Ball beschreibt einen deutlich flacheren, direkteren Weg in die gegnerische Tischhälfte. Dies schätzen Spieler wie Zhang Jike oder Jun Mizutani. Die direkte Flugstrecke bedeutet, dass der Ball den Weg in kürzerer Zeit zurücklegt. Damit ist das Tempo höher, der Gegner hat weniger Zeit zur Ballanahme.

Wer also mit seinem Spiel weniger auf den schnellen Punkt, sondern auf beständiges, rotationsreiches Topspin-Spiel setzt, sollte den TENERGY 05 einmal testen.

Wem es hingegen auf den schnellen Punkt ankommt und wer seine Offensive durch Temporeiche Bälle bestreitet, der sollte sich besser mit dem TENERGY 64 beschäftigen.

Wer beides wünscht – wenn auch nicht in höchstem, aber in sehr gutem Masse – sollte den TENERGY 80 ausprobieren.

Flugkurvenvergleich bei Unterschnitt

Flugkurvenvergleich bei Unterschnitt

Flugkurvenvergleich bei Unterschnitt

Bei Unterschnitt verhalten sich die Flugbahnen der 3 TENERGY-Modelle gegensätzlich. Hier ist es der TENERGY 64, der die höchste Flugbahn aufweist, die flachste und direkteste hingegen der TENERGY 05. Das Prinzip bleibt das Selbe, jedoch ändert sich hier die Schlagrichtung des Schlägers, der nicht wie beim Topspin tangential nach „vorne/oben“, sondern hier nach „vorne/unten“ bewegt wird.

Das hat beim Spiel mit Unterschnitt folgende Auswirkungen:

Je härter das Obergummi, desto stärker der folgt der Ball der Schlagrichtung und desto flacher die Flugkurve beim Unterschnittspiel.

Defensivspieler mit stark ausgeprägter Vorhand-Offensive wählen daher oft den TENERGY 05 als Vorhand-Belag, wie Team-Europameister Panagiotis GIONIS.

Gionis: Tenergy 05

Gionis: Tenergy 05

Doch sehen nicht alle den stärkeren Unterschnitt des TENERGY 05 ausschließlich als vorteilhaft, dienen die Bälle Gegnern doch oft als Vorlage zu um so überrisseneren Topspins, die schwerer zu retournieren sind.

Wieviel Kontrolle brauchst du?

Neben dem Tempo und der Rotation ist der Aspekt der Ball-KONTROLLE bei der Belagentscheidung nicht zu vergessen. Denn darin unterscheiden sich alle TENERGY-Modelle spürbar.  Gerade Amateurspieler tendieren dazu, diesem Aspekt weniger Beachtung zu schenken als er verdient. Vergleichen wir auch in dieser Hinsicht einmal die TENERGY-Modelle 05, 64 und 80.

Vergleich Noppenhärte

Vergleich Härte des Obergummis

Der Schwamm und die Schwammhärte sind bei allen anderen TENERGY-Modellen identisch. Nur die FX-Versionen haben einen weicheren Schwamm. Auch die Obergummis bestehen rein stofflich aus denselben Bestandteilen.

Trotzdem stellt man deutlich fest, dass alle in der Ballkontrolle sehr verschiedene Qualitäten aufweisen. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Struktur und Beschaffenheit der Noppen. Die härtesten Noppenstruktur hat der TENERGY 05, vor dem 80, und danach der 64.

Der Härtegrad steht im Bezug zur Ballkontrolle. Aber:

Ballkontrolle – was heißt das eigentlich?

Ballkontrolle ist nicht gleich Ballkontrolle. Bei der Auseinandersetzung mit diesem Faktor gilt es, zwei ganz unterschiedliche Formen zu differenzieren:

Zum einen die Ballkontrolle im Sinne der Ballannahme, der Ballsicherheit im passiven Spiel.

Zum anderen die Ballkontrolle im Sinne der Platzierungssicherheit im aktiven Spiel

Weichere Noppen

Weicheres Obergummi

Ballkontrolle im Sinne von Ballannahme

Die beiden Schaubilder veranschaulichen die Logik sehr schön.

Weiche Noppenstruktur:

Im Bild sehen wir, dass sich der Ball bei weicheren Noppenstrukturen tiefer in den Belag hineingräbt.

Der Ball springt deshalb in einem engeren Winkel ab, er „streut“ nicht stark.

Das heißt, er lässt auch rotationsreiche Bälle beim frontalen Treffpunkt sicher kontrollieren, da der rotierende Ball vom Belag nicht in jede Richtung abspringen kann, sondern vom Belag geradezu „eingefangen“ wird.

Das macht den TENERGY 64, der die weichste Oberfläche hat, interessant für Offensivspieler, deren Spielweise nicht nur von schnellen Topspins, sondern auch von sicheren Blocks oder Schmetterbällen lebt.

Härtere Noppen

Härteres Obergummi

 

Hartes Obergummi:

Mit den härteren Noppenstruktur des TENERGY 05 hingegen dringt der Ball nicht so tief in den Belag ein.

Dadurch lässt sich der rotationsreiche Ball beim frontalen Treffpunkt nicht so sicher kontrollieren wie beim TENERGY 64 oder 80.

Deshalb ist die Ballunsicherheit im passiven Spiel etwas größer — der Belag reagiert „empfindlicher“ auf ankommende Rotation und fordert den Spieler mehr, den präzisen Gegenwinkel in der Schlägerhaltung zu finden.

 

Ballkontrolle im Sinne von Platzierungs-Sicherheit

Hier ist die Logik umgekehrt:

Beim tangentialem Treffpunkt des Balles entspricht der Winkel des Ballabsprungs dem der Schlagrichtung um so eher, je härter die Noppenstrukturen sind.

Das erhöht die Platzierungssicherheit des Balles.

Bei dieser Betrachtungsweise schenkt der TENERGY 05 die bessere Ballkontrolle – etwas besser als der 80, deutlich besser als der 64. Hier wie dies im All About Tenergy-Video veranschaulicht wird:

Winkel beim Ball-Absprung: Tenergy 05 und 64

Winkel beim Ball-Absprung: Tenergy 05 und 64

Ballkontrolle – Fazit

Wer wie Timo Boll immer die Offensive sucht und Topspins auch gegen rotationsreiche Bälle präzise platzieren will, findet im Tenergy 05 den richtigen Belag. Denn durch seine harten Noppen folgt die Flugbahn des Balles beim Topspin der Schlagrichtung sehr genau.

Passivere Offensiv- und Allroundspieler wie Jun Mizutani, die von ihrem Belag ein hohes Maß an Sicherheit in der Ballannahme verlangen, sollten ihr Augenmerk eher auf den TENERGY 64 legen.  Denn durch die längeren Noppen mit ihren breiteren Abständen dringt der Ball tiefer in den Belag ein. Das macht ihn unempfindlicher gegen Rotation und kontrollierbarer beim Block oder beim Schuss.

Ausgewogen ist die Ballkontrolle — in beiden Aspekten — beim TENERGY 80.

Jun Mizutani

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Jun Mizutani

Wir haben einmal Jun Mizutani zu seinen Erfahrungen mit beiden Belägen befragt. Er spielt heute beidseitig den TENERGY 64, hat aber früher auch den TENERGY 05 ausprobiert.

„Ich schätzte zwar auch den Rotationsgrad des TENERGY 05 und die Stabilität in Topspin-Duellen sehr, aber beim Spiel über dem Tisch bot er weniger Kontrolle und Topspins hatten nicht dieselbe Durchschlagskraft wie mit dem 64. Deshalb habe ich mich für den TENERGY 64  entschieden.“

Wie für Jun Mizutani, so ist es für jeden bei der Entscheidung wichtig, sein eigenes Spiel – auf der VH wie auf der RH – genau zu reflektieren und dann entsprechend zu priorisieren.

TENERGY 80 – wer sollte sich für ihn entscheiden?

Anhand des TENERGY 05 und 64 ließen sich die Extreme in Bezug auf Tempo, Rotation und Kontrolle gut veranschaulichen. Deshalb standen diese beiden Modelle bis hierhin stärker im Fokus.

Ballabsprung beim Tenergy 80

Ballabsprung: Winkel zw T05 und T64

Wie alle TENERGYs hat auch der 80 denselben SpringSponge-Schwamm.  Doch liegen seine Noppen nicht nur in Höhe wie Abstand genau zwischen dem Tenergy 05 und dem 64, sondern auch seine Noppenhärte und sein Gewicht.

So verwundert es nicht, dass der TENERGY 80 zu einem guten Mass sowohl die besonderen Merkmale des TENERGY 05 als auch die des 64 in sich vereint.

Kurz:

Bei hohen Werten in Rotation und Tempo behält man mit dem Tenergy 80 sehr viel Kontrolle in der Ballannahme, muss aber auch beim Topspin-Spiel weiter vom Tisch nicht auf die höhere Flugkurve und Platzierungs-Sicherheit verzichten.

Das macht ihn ideal für Allroundspieler wie etwa Seiya KISHIKAWA, Joao MONTEIRO oder TIE Yana.

 

TENERGY 25 – höchste Rotation und Präzision beim tischnahen Spiel

Tenergy 25: breiteste Noppen

Tenergy 25: breiteste Noppen

Den TENERGY 25 haben wir bis hierhin bewusst ausgeklammert, weil er einen sehr speziellen Spielertyp anspricht und sich einem direkten Vergleich mit den anderen TENERGY-Modellen entzieht.

Er weist eine besondere Kombination an Eigenschaften auf, deren Potenzial ausschließlich beim rotationsreichen Spiel direkt am und über dem Tisch zum Tragen kommt – dort aber um so mehr.

Voraussetzung dafür ist, dass Spieler über eine sehr ausgereifte Schlagtechnik verfügen und den Ball bei Aufschlag, Flip oder Topspin stets sehr tangential und weich zu treffen vermögen.

Noppenbreite: oben T05, unten T25

Noppenbreite: oben T05, unten T25

Begründet liegen seine Eigenschaften vor allem in den extrem breiten und flachen Noppen, die eng zusammenstehen.

Wenn es Spieler vermögen, Bälle weich und tangential zu treffen, entwickelt der TENERGY 25 selbst mit kurzer Ausholbewegung und relativ schwach geschlagen extrem hohe Rotation und, durch die Tischnähe, auch viel Tempo.

Sehr gut gelingen auch:

 

kurze, schnittreiche Aufschläge,

ein sicheres Kurz-Kurz-Spiel,

effetvolle Topspins gegen Unterschnitt

und das Gegenziehen über dem Tisch.

Flugkurve: Tenergy 25

Flugkurve: Tenergy 25

Der Grund dafür liegt darin, dass seine Noppen noch härter als die des Tenergy 05 sind.

Dadurch folgt die Flugbahn des Balles noch präziser der Schlagrichtung als beim Tenergy 05 — wobei die Flugbahn der Balles aufgrund des schwächeren Katapulteffektes aber schwächer gebogen und viel kürzer ist

Im Ergebnis schenkt der TENERGY 25 deshalb auch ein Maximum an Kontrolle, sowohl im Sinne von Platzierungssicherheit als auch der Ballführung.

 

Tenergy 25:  Absprungwinkel im Vergleich

Tenergy 25: Absprungwinkel im Vergleich

Koki NIWA hat für diese Eigenschaften lange auf den TENERGY 25 gesetzt. Da sich sein Spiel heute weiter weg vom Tisch verlagert hat, wechselte er zum TENERGY 80 auf der Vorhand und zum TENERGY 64 auf der Rückhand.

 

TENERGY – die FX Versionen

Eine Zusammenfassung und eine Erklärung, was die FX-Versionen (TENERGY 05-FX, TENERGY 80-FX, TENERGY 64-FX und TENERGY 25-FX) von den anderen unterscheidet, findet sich im Video:

Übersetzung aus dem Japanischen und redaktionelle Bearbeitung durch Frank Völler

Über den Autor

Manabu

Manabu Nakagawa ist Redakteur und Herausgeber des „Table Tennis Report”. Das japanische Magazin wurde von Hikosuke Tamasu (dem Gründer von Tamasu Co.) gegründet. Manabu begleitet das beliebte Magazin mit 60 jähriger Tradition seit 25 Jahren und bereist viele Länder, um von hochkarätigen Turnieren wie den olympischen Spielen oder der Weltmeisterschaft zu berichten. Dabei übernimmt er vielseitige Aufgaben, kümmert sich um Reportagen, Fotos und Interviews mit den Topspielern, zu denen er ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.

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