Richard Prause

Richard Prause

„Ok, Richie Prause geht und wird Sportdirekter beim DTTB! Und was sagt  die WSA dazu?“, stürmt es in letzter Zeit auf mich ein. „Bleibt bei der WSA alles beim Alten und alles im Lot?“ Nur so viel von meiner Seite: Beim Alten? Niemals! im Lot? Mehr denn je! Die Details verrät mein lieber WSA-Kollege Martin nun exklusiv hier im ButterflyMAG – in aller Kürze formuliert und ganz neutral betrachtet. Vielen Dank dafür – und überhaupt für alles!

Von Martin Sörös, WSA-Geschäftsführer.

Und es ward – ein Tischtennis-Welt-Zentrum

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WSA hall

Am Anfang war da eine Vision, eine Idee, aus der ein Projekt wurde.

Und 2011, genauer gesagt am 11. Jänner 2011, erblickte die Werner Schlager Academy (WSA) in Wien-Schwechat das Licht der Welt.

Der Anspruch war allen Beteiligten von Anfang an klar:

Wer sich Tischtennis-Welt-Trainingszentrum nennen will, muss bei der Partnerwahl ganz, ganz oben beginnen.

Beim Weltverband ITTF zum Beispiel, bei der ETTU, bei Ausrüster-Branchen-Primus Butterfly.

Schnell herrschte Einigkeit: Welch tolle Hülle…

Eine permanente Trainingshalle, gut und gerne gleichzeitig bespielbar an bis zu 35 Tischen, perfekter Boden, beste Lichtverhältnisse, ein Gym vom Feinsten, ein Massageraum, ein Restaurant, Ärzte im Haus und der Supermarkt vor der Tür. 40.000 Bälle pro Jahr zur Verfügung.

WSA Multitraining

WSA Multitraining

Und das wichtigste, um die Hülle, sprich die WSA echt zum Leuchten zu bringen: Die Fülle. Sprich, die Menschen drinnen. Human-Ressourcen nennen es Wirtschaftsexperten ganz inhuman.

Wie unwahr, vor allem wenn es um die Human-Ressourcen der  WSA ging und geht:
Gute gibt es immer und in jeder Branche wie Sand am Meer, aber bei der WSA sollten es die Besten sein. Oder zumindest solche, die sich ganz ohne zu erröten zu den besten TrainerInnen der Welt zählen durften.

Geburtshelfer und gleichsam Personalchef der ersten Stunde war Trainer-Guru Mario Amizic. Unvergessen sein Satz (noch weit vor der ersten Stunde), als es um den Trainer-Stab der WSA ging: „Brauchen wir die Besten in Europa . . .“

Stolz? Gewiss doch!

Es wäre respektlos und überheblich zu behaupten, dass die Besten nur oder (fast) ausschließlich in der Airport-Stadt ihrer Arbeit nachgehen. Aber mit Recht sind die WSA-Macher stolz.

Stolz zum Beispiel auf . . .

Dirk Wagner

Der Mann, der einst mit Düsseldorf große Erfolge gefeiert, die Champions-League und nationale Titel in Deutschland gewonnen hatte. Wagner, der Mann, der niemals ruht, heute Cheftrainer in der WSA. Ein Mann mit Power, ein Mann von morgen.

Tamara Boros

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Von links: Fabian Becker, Mathias Habesohn, Werner Schlager, Tamara Boros, Provas Mondal, Mario Amizic, Richard Prause, Dirk Wagner, Dmitrij Levenko, Aya Umemura

Die ehemalige Nummer 2 der Damen-Weltrangliste, die sich in der WSA innerhalb kürzester Zeit und in enger Zusammenarbeit mit der ebenfalls in der WSA mit viel Hingabe arbeitenden Aya Umemura, zur Top-Trainerin gemausert hat und Spielerinnen wie Matilda Ekholm, Tamolwan Khetkuen, Marie Migot, Lea Rakovac oder Tetyana Bilenko unter ihren Fittichen hat.

Neven Cegnar

Der Mann, unter dessen Regie einst Tamara Boros zur ganz Großen wurde und der seit Sommer 2015 ebenfalls als Cheftrainer (für den Bereich Damen) in der WSA an der Platte steht.

Sie alle und viele mehr haben dafür gesorgt, dass die WSA innerhalb weniger Jahre zu einem Fixstern im internationalen Tischtennis geworden ist. Zu einem von der ITTF anerkannten Hotspot der Kategorie A. Zu jener Trainingsstätte in Europa, die drei Jahre en suite von Chinas Tischtennis-Göttern zur Vorbereitung auf Weltmeisterschaften angesteuert wurde.

Zu jenem Trainingszentrum, in dem kein Geringerer als Portugals Mannschafts-Europameister Marcos Freitas zur Fixgröße in den Top 10 der Welt reifte, in der Stars wie Joao Monteiro, Daniela Dodean, Mihai Bobocica, Robert Gardos oder Chen Weixing ein- und ausgehen.

Ja, die WSA ist zu einem Hotspot der ganz Großen geworden: Auch Allzeitgrößen wie Vladimir Samsonov, Dimitrij Ovtcharov oder Jun Mizutani tummelten sich bereits hier.
Auch bzw. fast immer unter (Mit-)Regie eines Mannes, der nach fünf Jahren WSA dorthin zurückgekehrt ist, wo sein Wiege als Mensch, als Sportler und als Trainer stand:

Richard Prause

Der ehemalige DTTB-Teamspieler und DTTB-Bundestrainer, seit Eröffnung mit an Bord und in hohem Maße verantwortlich dafür, dass die WSA zu ebendiesem anerkannten Hotspot geworden ist.

Richard Prause war selten krank in seinen 5 Jahren bei der WSA. Ganz selten. Aber, wenn, ja wenn, dann war es zu hören.

Besser gesagt eben nicht zu hören.

Richard Prause hat den Ton angegeben. Prause wollte nie ein Stiller oder ein Unauffälliger sein. Er hatte und hat Energie und lässt die (Tischtennis-)Welt daran Anteil nehmen.
Die Power, die Hingabe – eine so gesunde und schöne Mischung aus Kompetenz und Passion – ja daran kann man sich ein Beispiel nehmen.

Und auch, wenn es der eine oder andere im Österreichischen Verband vielleicht anders sehen mag: Die Entwicklung, die ein Stefan Fegerl genommen hat, die Tatsache, dass Robert Gardos und Daniel Habesohn zwei Jahre in Serie mit Doppelmedaillen (Gold 2012 und Silber 2013)  von Europameisterschaften heimkehrten, nein – Nein, das hätte es ohne die Alltagsarbeit von Dirk Wagner, Richard Prause und deren WSA-Team nie und nimmer gegeben.

Richard Prause kehrt heim nach Deutschland. Die WSA bleibt ungeachtet dessen ein großer Hotspot, der auch weiter Große (Trainer) mit Großen (SportlerInnen) vereinen wird.

Und doch hinterlässt Richard Prause etwas. Weniger eine Lücke. Die kann man versuchen (wiewohl es in diesem Fall sehr schwer ist) zu schließen. Vielmehr ist es eine Duftnote, die Richard Prause in Wien hinterlässt. Eine Duftnote des Professionalismus, eine Duftnote als Experte, als Trainer und vor allem: Als Mensch.

Die WSA wird noch lange vom Wissen eines Richard Prause und von künftigem Informationsaustausch profitieren. Die WSA will Partner bleiben. Partner von Richard Prause, Partner des DTTB, Partner von Butterfly, der ITTF, der ETTU…

Es ist nicht die Zeit und (Gottlob) kein Anlass für einen Nachruf, vielmehr für ein ehrliches Schlusswort. Ein  Schlusswort, das tief aus dem Innersten der WSA kommt:

DANKE RICHIE…

Über den Autor

Richard

Seit er mit 12 zum Tischtennis kam, lässt unsere Sportart ihn nicht mehr los. Erst als langjähriger Nationalspieler und später in logischer Folge als Trainer gibt er sein Wissen und Erfahrung an seine Spieler weiter. Zwischen 2000 und 2004 als Damen-Nationaltrainer und von 2004 bis 2010 als Herren-Nationaltrainer war er maßgeblich an den Erfolgen von Timo Boll und Co beteiligt. Seit 2010 arbeitet er als Headcoach an der Werner Schlager Academy und arbeitet hier auch als Experte für die ITTF. Schon viele Jahre gehört er zur Butterfly Familie und freut sich, zusammen mit Butterfly, den Tischtennissport weiter zu entwickeln.

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