Die Jugend-Europameisterschaften in Bratislava sind Geschichte. Wir haben den Butterfly Youngsters mit der Videokamera bei der Arbeit zugeschaut. Hier Eindrücke und Meinungen.

Video: Audrey ZARIF

Wir haben Audrey ZARIF aus Frankreich auf ihrem Weg zur Bronzemadaille im Mädchen-Einzel begleitet. Sie konnte nur durch ihre Butterfly-Kollegin neue Europameisterin Adina DIACONU aus Rumänien gebremst werden. Gratulation zu deiner ersten Medaille, Audrey!

Video: Maria TAYLAKOVA

Die neue Schülerinnen-Europameisterin in Einzel — und mit insgesamt 4 Medaillen erfolgreichste Spielerin des Turniers.

Video: Alexandre CASSIN

Eindrucksvoll bewies der alte Jugend-Europameister im Einzel und neue im Team auch in Bratislava seine Extraklasse – auch wenn es im Einzelfinale gegen Butterfly-Kamerad Anton Källberg im Unterschied zum Team-Finale nicht ganz reichte.

 

Video: Jannik XU

Top-Talent Jannik XU am Werk. Hier sein Weg von den letzten 64 bis zu den letzten Zweien. Matchplay-Szenen, Interview und Trainingsszenen. Weiter so, Jannik!

Video: Adina DIACONU

Mit 10 Goldmedaillen, unserem höchsten Respekt und herzlichen Glückwünschen, wurde Adina DIACONU zum dritterfolgreichsten Tischtennisspielerin bei Jugend-Europameisterschaften. Das spricht für sich, also einfach unser kurzes Videoportrait geniessen. Mit Matchplay-, Trainings- und Interviewszenen.

Video: Anton KÄLLBERG

Anton KÄLLBERG, der ab diesem Jahr in Der TTBL spielen wird, hat auf seinem Weg zu Gold im Jungen-Einzel erneut einen richtig guten Job gemacht. Während er im Finale des Team-Events gegen Vorjahressieger und Butterfly-Kollege Alexandre Cassin (FRA) noch den Kürzeren zog, liess er sich im Einzel auch von Alexandre nicht mehr aufhalten.

Review: Richard Prause

Die Team-EM

″Nun Frankreich beherrscht wie schon seit einiger Zeit in der Mannschaft die Konkurrenz im männlichen Bereich. Hier sind die Spieler um Cassin vor allem im Aufschlag-Rückschlag-Bereich deutlich weiter als die anderen Nationen.

Alexandre Cassin by Remy Gros

Alexandre Cassin by Remy Gros

Auch schafft es Frankreich nicht nur einen Topspieler zu entwickeln sondern immer gleich mehrere, die dann auch in der Lage sind, in den Final- oder Halbfinalbegegnungen zu punkten. Zum Beispiel bei der männlichen Jugend mit Akkuzu und Cassin.

Die anderen Nationen haben meist nur einen Top-Spieler in ihren Reihen, dem dann die schwierige Aufgabe zukommt, immer zweimal Punkten zu müssen. Wie z. B Anton Källberg aus Schweden oder auch Darko Jorgic aus Slowenien.

Schön zu sehen dass sich hinter Frankreich einige Nationen tummeln, die man nicht unbedingt immer auf der Rechnung für Medaillen hat — wie Italien Moldawien oder Slowenien. Auch Deutschland  fällt es nicht leicht, immer top Ergebnisse zu produzieren. Deutschland blieb diesmal ohne Medaille in den Mannschaftswettbewerben und hat damit den Auftrag im nächsten Jahr wieder erneut anzugreifen und Medaillen als Mannschaft ins Visier zunehmen.

Adina DIACONU

Adina DIACONU

Bei der weiblichen Jugend hat mir vor allem Adina Diaconu gut gefallen, die Rumänien zum Mannschaftstitel führen konnte. Sie ist mir letztes Jahr schon aufgefallen und hat dieses Jahr nochmals einen Sprung gemacht. Dies ist — bei hohen Ambitionen — auch nötig, denn generell ist der Unterschied vom Jugendbereich zum Erwachsenenbereich sehr groß und es bedarf Zeit und Trainigsfleiss, um hier noch schneller aufzuschließen.

Auffällig ist dass es recht wenige Spieler gibt, die schon komplett ausgebildet sind. Oft fehlt entweder der technische Drill oder der Aufschlag Rückschlag Bereich hinkt hinterher oder aber die Athletik.
Hier muss Europa weiter hart oder noch härter arbeiten, um die Lücke zu Asien zu schließen oder zumindest zu verkleinern.

Frankreich, Rumänien Russland gehören zu den Titelträgern, einige andere Nationen haben sich den Traum von Medaillengewinnen erfüllt — andere Nationen sind knapp gescheitert.

Das versprach Spannung für die Einzelwettbewerbe….

Die Einzel-Wettbewerbe

Maria Taylakova

Maria Taylakova

Adina Diaconu, Anton Källberg, Christian Pletea und Maria Taylakova sind die Titel- und Hoffnungsträger Europas.

Mit dem Gewinn der Einzelwettbewerbe hat sich jeder dieser Spielerinnen und Spieler einen persönlichen Traum erfüllt.

Wichtig ist, dass dieser Traum jetzt für alle Spielerinnen und Spieler, die sich hier so erfolgreich bei den Jugendeuropameisterschaften präsentiert haben, eine Verpflichtung darstellt noch härter zu trainieren, um möglichst bald die Lücke zu den Erwachsenen zu schließen.

Anton Källberg

Anton Källberg

Spieler wie Anton Källberg oder der im Finale für mich überraschend klar unterlegene Alexandre Cassin spielen schon auf einem soliden Niveau.

Und vor allem Källberg hat schon einige Top 100 Spieler geschlagen. Auch Adina Diaconu verfügt fraglos über gutes Potential und Luft nach oben.

Interessant ist, dass sowohl bei der männlichen wie bei der weiblichen Jugend recht unterschiedliche Spielsyteme Medaillen gewonnen haben. André Levenko mit guter Kontrolle von beiden Seiten, Patrick Zatowka  mit enormer Übersicht und taktischem Verständnis, Källberg mit gutem Aufschlag und starkem erstem Ball — um hier nur diese drei bei den Jungen zu nennen.
Diaconu als Vertreterin eines sehr aggressiven tischnahen Spieles der klassischen rumänischen Schule, wie wir es gegen Marie Migot, die im Unterschied dazu ein beidseitiges tischnahes Topspin-Spiel asugearbeitet hat, bewundern konnten.

Und auch das Jungenfinale ist es wert, sich noch einmal anzusehen:

Yannik Xu mit Yuan Wan und Jennie Wolf

Yannik Xu mit Yuan Wan und Jennie Wolf

Diese Variabilität sollten wir unterstützen, denn sie ist gepaart mit Trainingsfleiss und dem Willen zum Erfolg eine der Grundlagen des modernen Tischtennis.

Und bei den Schülerinnen und Schülern der Generation von übermorgen, wenn man so will?

Christian Pletea hat ja schon in Jugendturnieren auf sich aufmerksam gemacht.

Yannik Xu, sein Finalgegner, hat sich mit dem Erreichen des Finals  für die verlorene Mannschaftsmedallie entschädigt.

Maria Taylakova

Maria Taylakova

Bei den Schülerinnen hat Maria Taylakova gezeigt, dass Russland genauso wie Rumänien und Frankreich nach wie vor über vielversprechende Nachwuchsspieler der Generation von übermorgen verfügt.

Von mir hier nochmals der Aufruf, alles daran zu setzen viele neue Spieler für unsere Sportart zu begeistern und sie dann möglichst früh mit dem nötigen Rüstzeug wie technischem Drill, Athletik und taktischem Verständnis auszustatten. Dann  — und nur dann — haben wir  eine Chance die Lücke  zu den führenden Asiaten zu verkleinern oder für eine der kommenden Generationen gar zu schließen.

Richard Prause

Richard Prause

Einmal mehr hat es mir Spaß gemacht für euch zu berichten, ab morgen bin ich wieder in der WSA und dann auch bald  in Deutschland als Sportdirektor des DTTB.

Ein wenig Wehmut bleibt natürlich in der WSA zurück, denn die WSA ist ein tolles Projekt, das es jetzt weiterzuentwickeln gilt, gleichzeitig freue ich mich auf meine neue Aufgabe beim DTTB und ich bin sicher, die Wege der WSA und des DTTB werden sich noch des Öfteren kreuzen — damit wir unseren Sport weiter voran bringen können.

 

Ich freu mich darauf,
Euer Richard“

 

 

Über den Autor

Richard

Seit er mit 12 zum Tischtennis kam, lässt unsere Sportart ihn nicht mehr los. Erst als langjähriger Nationalspieler und später in logischer Folge als Trainer gibt er sein Wissen und Erfahrung an seine Spieler weiter. Zwischen 2000 und 2004 als Damen-Nationaltrainer und von 2004 bis 2010 als Herren-Nationaltrainer war er maßgeblich an den Erfolgen von Timo Boll und Co beteiligt. Seit 2010 arbeitet er als Headcoach an der Werner Schlager Academy und arbeitet hier auch als Experte für die ITTF. Schon viele Jahre gehört er zur Butterfly Familie und freut sich, zusammen mit Butterfly, den Tischtennissport weiter zu entwickeln.

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