Coach Richard Prause

Coach Richard Prause

… und wie es dazu kam. Genau wie im letzten Jahr fand auch dieses Jahr der Europa-Asien-Vergleich, offiziell der „ZFTC  Cup Euro-Asia All Stars”, im chinesischen Zhang Jiagang statt. Ich durfte als Coach dabei sein.

Angeführt von Marcos Freitas und Vladimir Samsonov spielten einmal mehr an zwei Tagen das Team Europa gegen das Team Asien — um den amtierenden Weltmeister Ma Long. Hier ein schneller und ganz persönlicher Review.

Ambitionierte und ideenreiche Organisation

Wieder wurde es ein ganz spezielles Event, und auch dieses Mal hatte sich der Ausrichter einiges einfallen lassen.

Euro-Asia All Stars Limousine

Euro-Asia All Stars Limousine

Erst einmal sorgte eine Limousine dafür, dass die Akteure standesgemäß zischen Hotel und Austrangungsort chauffiert und hofiert wurden.

Doch damit des Starkults nicht genug:

Ähnlich wie auf dem Hollywood Boulevard durfte jeder Spieler sich per Handabdruck aus Gips verewigen. Eine nette und sehr individuelle Idee.

Und auch ein neues Tischdesign mit eingebautem Monitor wurde ausprobiert auf dem Spielstände und Videosequenzen gezeigt wurden. Sicherlich ein interessantes Experiment. Wobei sich die Spieler erst daran gewöhnen mussten und der Ballabsprung noch optimiert werden muss.

Für zusätzliche Unterhaltung sorgte ein „entschieden Rundlauf-freundlicher“ Tisch.

Der erste Tag

Leicht favorisiert ging Team Asia ins Rennen. Trotzdem erkämpfte sich Team Europa eine 3:2-Führung nach dem ersten Tag, wobei vor allem Robert Gardos 3:0-Sieg über GAO Ning herauszuheben war.

Ausserdem gewann Andrej GACINA gegen Noshad ALAMIYAN (3:1) und Vladi gegen TANG Peng(3:1). Basti musste gegen CHUANG eine 1:3-Niederlage eistecken und Marcos eine egen MA Long (0:3).

Der entscheidende Tag

Für Spannung war also vor dem alles entscheidenden zweiten Tag mit weiteren fünf Einzeln ausreichend gesorgt. Und er begann aus europäischer Sicht mit einem kleinen Paukenschlag.

Andrej GACINA, nominell nur die Nr 5, bezwang nach grossem Spiel CHUANG Chi-Yuan mit 3:0. Immer wieder dominierte der athletische Kroate mit seiner druckvollen Ruckhand und schickte den flinken Taiwanesen ein ums andere Mal ins Abseits.

Damit hatte Team Europa sich eine 4:2 Führung gesichert, die Robert Gardos mit einem sicheren 3:0 gegen Noshad Alamayan noch ausbauen konnte.

Marcos Freitas

Marcos Freitas

Marcos FREITAS gegen Tang Peng konnte damit im 8 Spiel schon für die Vorentscheidung sorgen. Nach wechselnden Spielverläufen konnte sich Marcos nach einem 6:6-Zwischenstand im fünften Satz eine 10:6-Führung und vier Matchbälle erkämpfen.

So komfortabel wie der Vorsprung schien, war er aber nicht. TANG Peng kam noch einmal zurück und glich zum 10:10 aus. Dann der nächste Matchball für Freitas und das Team Europas hatte die Überraschung perfekt und dank Marcos Sieg den „Sack“ frühzeitig zugemacht.

Die Niederlagen von Vladi gegen MA Long und Bastian Steger gegen GAO Ning waren dann bloße Ergebniskosmetik.

Mit 6:4 hat Europa also dieses Mal gewinnen können. Was bleibt aus meiner Sicht im Nachgang:

„Das erste Mal in China beim europäischen Vergleich gewinnen zu können ist schon etwas besonderes.“

„Ma Long ist nicht nur ein verdienter Weltmeister sondern auch eine ungemein sympathischer.“

„Die zweifarbigen Bälle in Kombination mit dem neuen Tisch waren für meinen Geschmack etwas viel an Experimenten.“

Team Europe 2015

Team Europe 2015

Und wie ging und geht es weiter?

Für Vladi, Marcos und Robert ging es direkt weiter zu den China Open.
Bastian, Andrej und ich selbst flogen gestern, Montag morge, zurück. Bastian und Andrej, um weiter an der individuellen Saisonvorbereitung zu arbeiten. Und ich, um bald mein neues Amt als Sportdirektor des DTTB anzutreten, auf das ich mich als Herausforderung und Aufgabe sehr freue.
Bis bald beim nächsten großen Tischtennis Event

Euer Richard

Über den Autor

Richard

Seit er mit 12 zum Tischtennis kam, lässt unsere Sportart ihn nicht mehr los. Erst als langjähriger Nationalspieler und später in logischer Folge als Trainer gibt er sein Wissen und Erfahrung an seine Spieler weiter. Zwischen 2000 und 2004 als Damen-Nationaltrainer und von 2004 bis 2010 als Herren-Nationaltrainer war er maßgeblich an den Erfolgen von Timo Boll und Co beteiligt. Seit 2010 arbeitet er als Headcoach an der Werner Schlager Academy und arbeitet hier auch als Experte für die ITTF. Schon viele Jahre gehört er zur Butterfly Familie und freut sich, zusammen mit Butterfly, den Tischtennissport weiter zu entwickeln.

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