Jun Mizutani konzentriert sich gerade auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, Brasilien. Im September wurde er vom Japanischen Verband offiziell für das größte Sportereignis der Welt nominiert. Mit von der Partie für Japan sind Koki Niwa und Maharu Yoshimura.

Men's Singles 1/32.QOROS 2015 World Table Tennis Championships,26 Apr 2015 - 03 May 2015, Suzhou, CHN

Rio 2016 wird für Jun Mizutani sein insgesamt drittes Olympisches Turnier sein – und eine weitere Chance für einen Angriff auf den Titel. Bei seinem ersten Auftritt auf olympischen Parkett 2008 war er gerade einmal 19 Jahre alt und schied in Runde drei aus, nachdem er ein 4-1 vom griechischen Topspieler Kalinikos Kreanga kassieren musste.

Vier Jahre später erschien ein 23-jähriger Mizutani in London, ausgestattet mit Medaillenhoffung für die Einzelkonkurrenz. Leider war nun wieder die dritte Runde Endstation, Mizutani verlor gegen den späteren Viertelfinalisten Michael Maze aus Dänemark. Auch im Teamwettbewerb ging er leer aus; Trotz zweier Siege des Spitzenspielers verlor Japan das Viertelfinale gegen Hongkong mit 3:2.

Eine kleine Krise

Seine durchwachsene Leistung in London 2012 markierte den Anfang einer kleinen Formkrise für Mizutani. Von der Presse und einigen Fans wurde sein Spielstil als „ineffektiv“ bezeichnet. Mizutani zog sich daraufhin von der ITTF World Tour zurück, Gerüchten zufolge auch aus Protest gegen die fruchtlose Kontrolle verbotener Klebe und Boostersubstanzen der ITTF.

2013 äußerte sich Mizutani zum ersten Mal, dementierte zwar die Gerüchte, aber ließ durchaus Kritik durchblicken.

Es gibt durchaus Spieler, die verbotene Kleber in Turnieren einsetzen – das ist ein unfairer Vorteil. Ich bin der Meinung, dass die Bedingungen für alle gleich sein müssen. 

Über seine Abwesenheit sagte er: „Mir ging es physisch und mental nicht gut nach den Olympischen Spielen 2012 und ich brauchte eine Auszeit um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Monate später tauchte der Japanische Star bei den Weltmeisterschaften 2013 in Paris wieder auf. Die Nationalmannschaften, angeführt von Mizutani und Ai Fukuhara (Damen) hatten den Auftrag eine Medaille zu gewinnen, im Idealfall der Platzmacht China eine solche abzuringen – doch es kam alles anders. Sowohl Ai Fukuhara als auch Jun Mizutani zogen bereits in der ersten Runde gegen ihre Gegner den Kürzeren und schieden aus – Mizutani gegen den Tschechen Pavel Sirucek.

Der weite Weg zurück

In den folgenden Monaten jedoch besserten sich die Leistungen Mizutanis. Er führte seinen russischen Club UMMC zum Sieg bis ins Halbfinale in der Champions League, punktete unter anderem gegen Dimitrij Ovtcharov und Marcos Freitas.  Mizutani_1

2014 zeigte Mizutani allen, dass er wirklich „zurück“ war. Bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Tokyo etablierte er sich als Zugpferd für die japanische Mannschaft, die trotz der harten Auslosung bis ins Halbfinale vordrang und dort auf Deutschland traf. Mizutani konnte seinen Erzrivalen Ovtcharov bezwingen und so die Bilanz nach der schmerzlichen Niederlage in Dortmund bei der Team WM 2012 ausbessern. Obwohl Jun gegen Timo Boll verlor, bestätigte er seine starke Form mit einer respektablen Leistung.

Motiviert und stärker als zuvor

medalsIn Tokyo schien Mizutani inspiriert und motiviert. Einige Tage vor Turnierbeginn wurde er zum ersten Mal Vater – eine weitere Quelle der Motivation für den jungen Japaner. Sein erstaunliches Niveau konnte er bis zum Ende des Jahres 2014 konservieren und erklärte, dass er an seiner Schwäche, oft zu schnell das Handtuch zu werfen, arbeite. Jetzt sieht er sich in der Lage, bis zum Ende zu fighten. Ende 2014 schaffte er noch einen weiteren Sieg gegen Ovtcharov, und zeigte beeindruckende Leistung bei den ITTF World Tour Grand Finals in Bankok.

2015 konnte Mizutani die hohen Hoffnungen bei einer WM erfüllen, in Suzhou zeigte er sich von seiner besten Seite und konnte erst vom späteren Weltmeister Ma Long (CHN) gestoppt werden. Auf der ITTF World Tour war er ebenfalls öfter zugegen und konnte die Austrian Open sogar für sich entscheiden – klassischerweise mit einem Sieg gegen Dimitrij Ovtcharov im Finale.

In den letzten zwei Jahren ist Jun Mizutani reifer geworden und persönlich und sportlich gewachsen.

Challenge in Rio 2016

Jun Mizutani 7Seine größte Herausforderung liegt allerdings noch vor ihm. Bei den Olympischen Spielen ist Japan immer ein Kandidat für Medaillen, um so erstaunlicher ist die bisher magere Ausbeute von einem Edelmetall: Silber im Teamwettbewerb von 2012, gewonnen durch Ai Fukuhara, Sayaka Hirano und Kasumi Ishikawa.

Rio 2016 wir also eine weitere Reifeprüfung für Jun Mizutani und seine Teamkollegen. In der Teamwertung geht es um die erste Medaille, aber Mizutani will auch im Einzel angreifen..

Jun Mizutani spielt das Mizutani Jun Super ZLC Holz und beidseitig Tenergy 64.

Über den Autor

Seb

Sebastian begann mit dem Tischtennissport mit 11 Jahren und schaffte es bis in die 5. deutsche Liga. Aktiv im Profisport ist er dennoch: Seit 2011 arbeitet Sebastian als TV-Kommentator für die ITTF und berichtet Live von den großen internationalen Turnieren. Seit 2014 ist er Teil des Butterfly-Teams und arbeitet im Export und Marketing als Übersetzer und Lektor.

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Ein Kommentar

  1. Hoffmann

    Hallo, Jun Mizutani spielt im Moment das normale Mizutani ohne S ZLC und Tenergy 80, zumindest laut Butterfly Japan.(butterfly.co.jp)