Die Para-Europameisterschaften im dänischen Vejle endeten am Wochenende doch noch mit einem kleinen Medaillenregen! Insgesamt konnten 10 Medaillen verbucht werden. Großen Respekt und herzliche Glückwünsche sowohl an die Butterfly-SpielerInnen wie Juliane Wolf, Thomas Brüchle, Thomas Schmidberger, David Baus oder Jochen Wollmert als auch ans ganze DTTB-Team für diese Leistung!

Thomas Brüchle

Thomas Brüchle

Es kann nur einen geben

Thomas Brüchle ist erstmals Europameister in der Wettkampfklasse 3! Der Lehrer vom Bodensee setzte sich zunächst im Halbfinale gegen seinen Teamkollegen Jan Gürtler durch, bevor er dann im Finale auf seinen Freund und Topfavoriten Thomas Schmidberger traf.

Bisher konnte Brüchle nur ein internationales Duell gegen den Titelverteidiger gewinnen, doch in Vejle trumpfte der Weltranglistendritte auf und sicherte sich mit seinem unerwartet klaren Sieg vorzeitig sein Ticket zu den Paralympics nach Rio.

Valentin Baus verlor indessen das Finale der WK 5 gegen den Norweger Urhaug knapp, ebenso wie Juliane Wolf gegen Urhaugs Landsmännin Dahlen.

Thomas Schmidberger

Thomas Schmidberger

Gemeinsam unschlagbar

Brüchle und Schmidberger zeigten letzten Samstag erneut eine beeindruckende Leistung und zogen mit einem deutlichen 2:0 gegen die Schweden Öhgren/Sjoqvist ins Endspiel ein.

Dort trafen sie mit Egon Kramminger und Manfred Dollmann auf zwei sehr erfahrene Spieler aus Österreich, doch auch diese beiden mussten sich der überwältigenden Dominanz des deutschen Duos in diesem Turnier beugen.

Die Weste der Titelverteidiger blieb rein: Sie gewannen das das Doppel glatt in drei Sätzen und auch Schmidberger hielt sich beim 3:0 gegen Kramminger schadlos.

Mit dieser weiteren Goldmedaille untermauerten die alten und neuen Europameister noch einmal eindrucksvoll die deutsche Vorherrschaft in der WK 3.

Valentin Baus

Valentin Baus

Baus mit Cetin und Didion ziehen nach

Spannender machten es Baus, Cetin und Didion in der WK5. Zwar gewannen auch sie ihr Halbfinale gegen die Türkei mit 2:0, allerdings gingen sowohl das Doppel zwischen Baus/Cetin und Ozturk/Vural als auch das Einzel von Baus gegen Vural über die volle Distanz.

Nach zehn gespielten Sätzen stand aber auch dieses deutsche Trio im Finale und spielte dort gegen die Franzosen Thomas, Merrien und Savant-Aira um Gold. Im Doppel trafen Baus/Cetin auf Thomas/Merrien und boten den Zuschauern gleich im ersten Satz eine furiose Aufholjagd: Nachdem die Deutschen bereits 4:10 zurück lagen, gelang es den Franzosen nicht, den Satz zuzumachen.

Cetin Baus Leber Didion

Cetin Baus Leber Didion

Punkt um Punkt kämpften sich Baus und Cetin heran, schließlich gewannen sie nach acht Punkten in Folge den Durchgang noch mit 12:10 – danach waren sie auf der Siegesstraße und gewannen das Spiel mit 3:0.

Aufgegeben hatten sich die Franzosen aber noch nicht:

Valentin Baus hatte im folgenden Einzel gegen Florian Merrien alle Hände voll zu tun, doch schließlich rang der junge Bochumer den Franzosen im Entscheidungsdurchgang nieder – das zweite Team-Gold war unter Dach und Fach!

Wolf und Grebe versilbern das Wochenende

Nachdem Stephanie Grebe und Juliane Wolf gestern nach der unerwarteten Niederlage gegen die Ukrainerinnen in den kombinierten WKs 6-8 noch die Köpfe hängen ließen, schafften sie am Finaltag mit einem 2:0-Sieg über das topgesetzte Team aus Frankreich doch noch den Sprung auf das Treppchen:

Juliane Wolf

Juliane Wolf

Nach den letzten Gruppenspielen hatten sowohl die Deutschen, als auch die Französinnen und die Ukrainerinnen jeweils zwei Siege und zwei Niederlagen zu Buche stehen.

Aufgrund des besseren Spielverhältnisses gegenüber dem ukrainischen Team und dem Sieg im direkten Vergleich gegen Frankreich gewannen Grebe und Wolf sensationell noch Silber.

Der Schlüssel zu diesem tollen Erfolg war das Doppel gegen die Weltranglistenerste der WK 8, Thu Kamkasomphou, und ihre Partnerin Anne Barneoud, die am Mittwoch Vize-Europameisterin in der WK 7 wurde.

In vier hart umkämpften Sätzen setzten sich Grebe/Wolf gegen die Französinnen durch und konnten so in Führung gehen.

Im Anschluss siegte Wolf mühelos über Barneoud und der Gewinn der Silbermedaille war perfekt.

Zielsicherer Wollmert — Bronze steht ihm auch gut

Mit dem erneuten Gewinn einer Bronzemedaille bei der Europameisterschaft im dänischen Vejle sicherte sich Jochen Wollmert seine 18. EM-Medaille bei seinem 13. Start bei einer EM. Damit wurde das von ihm gesteckte Ziel im Paralympicvorjahr durch den Teamwettbewerb erreicht.

Thorsten Schwinn, Coach Andreas Escher und Jochen Wollmert

Thorsten Schwinn, Coach Andreas Escher und Jochen Wollmert

10 Medaillen im Gepäck

Herrschte am Abend vor dem Finaltag noch etwas Ernüchterung im DBS-Lager, so endete die EM mit diesem Abschluss endet die EM schlussendlich sehr versöhnlich. Insgesamt holten die deutschen Starter 10mal Edelmetall:

„Es war die erwartet schwere Europameisterschaft, denn im Vorfeld hatten wir mit Verletzungen, Erkrankungen und Materialproblemen zu kämpfen. Nun können wir doch auf eine gute, wenn auch nicht optimale EM zurückblicken. Kompliment an das Team, das sowohl nach den Viertelfinal-Tagen im Einzel als auch im Team wieder aufgestanden ist und mehr Gold und Silber als vor 2 Jahren in Lignano geholt hat“,

so Bundestrainer Volker Ziegler.

In der Tat gewann die deutsche Delegation nach dem Ausfall von Holger Nikelis und Marcus Sieger zwar insgesamt eine Medaille weniger als noch 2013, das Ziel, die Farben zu verbessern, wurde aber erreicht: Waren es in Lignano noch zwei goldene, drei silberne und sechs bronzene Medaillen, so waren dieses Mal dreimal Gold, viermal Silber und drei Mal Bronze zu verzeichnen. Und der Bundestrainer blickt voraus:

„Nun sind wir auf dem Weg nach Rio und werden alle Ressourcen für ein erfolgreiches Abschneiden bei den Paralympics 2016 bündeln. Erste Schritte dazu haben wir bereits eingeleitet, in dem wir gemeinsame Trainingslager mit den anderen erfolgreichen Nationen Europas vereinbart haben.“

Quelle: DBS; Fotos: DBS, Doesseler

2015_EM_Mannschaft

Über den Autor

Frank

Vom Kindergarten bis zur Uni stand er hochambitioniert am Tisch. Heute sitzt der Werbetexter und Japanisch-Übersetzer am Tisch – und setzt sich für das Online Marketing von Butterfly mit allen Themen auseinander, die die Tischtenniswelt bewegen.

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