Was für eine Woche! Bei den ITTF German Open 2017 stand die Tischtenniswelt kurz Kopf – reihenweise schieden Favoriten aus dem Turnier. Die Weltrangliste wird dies kräftig durchwirbeln.

Das erste Anzeichen dafür, dass bei den German Open einiges anders laufen könnte als erwartet zeigte das Match der beiden Butterfly Stars Zhang Jike und Tiago Apolonia. Mit scheinbarer Leichtigkeit gewann Apolonia gegen den Weltmeister, Olympiasieger und World Cup Champion mit 4 – 1 (11-9, 11-7, 7-11, 11-9, 11-3), das Spiel schien nie in Gefahr zu kippen.

Apolonia’s nächster Kontrahent war der Shooting Star aus Hongkong – Wong Chun Ting, ebenfalls Butterfly Vertragsspieler. Hier schaffte es der Portugiese nicht, noch die zweite Sensation oben drauf zu setzen, Wong gewann schließlich mit 4 – 2 (11-1, 5-11, 11-5, 7-11, 11-4, 11-3).

Die nächste Überraschung ließ nicht lange auf sich warten, auch hier konnte ein Butterfly Spieler einen Turnierfavoriten besiegen. Der Koreaner Lee Sang Su schaffte im Viertelfinale, was lange kein Spieler aus Europa mehr erreichen konnte, er besiegte niemand anderen als China’s Star Xu Xin, und zwar deutlich. 4 – 0 (11-6, 11-9, 11-4, 12-10) war das Endergebnis und sicherlich eine der, wenn nicht die, beste Leistung in Lee’s Karriere.

Lee Sang-Su traf im Halbfinale schließlich auf Timo Boll, der unlängst beim World Cup in bestechender Form auflief und auch in Magdeburg famos aufspielte, unter anderem Kristian Karlsson, Simon Gauzy (gegen den Boll seit 2015 nicht mehr gewonnen hatte) und China’s Nachwuchsass Lin Gaoyuan aus dem Turnier warf. Entsprechend klar verlief das Halbfinale zu Gunsten des Deutschen und nicht so knapp, wie die Fans es sich erhofft hatten. Timo gewann schließlich mit 4 – 0 (11-4, 11-9, 11-4, 11-9) und stand beim zweiten Turnier in Folge im Finale.

Und wie auch beim World Cup stand ihm ein Teamkollege aus der deutschen Nationalmannschaft gegenüber, wieder war es Dimitrij Ovtcharov, der auch bei den German Open auftrumpfte, gar Fan Zhendong niederrang und auch im Finale gegen Timo Boll den längeren Atem bewies. Das Ergebnis: 4 – 3 (9-11, 11-5, 11-9, 6-11, 11-7, 7-11, 11-6)

 

Im Herrendoppel siegte das Team aus Butterfly Spielern Lee Sang-Su und Jeoung Youngsik im Finale gegen das „Wunderkind“ aus Japan Tomokazu Harimoto und sinene Partner Yuto Kizukuri mit 3 – 2 (8-11, 3-11, 11-5, 14-12, 11- 6). Erwähnenswert auch hier, dass das Japanische Doppel im Halbfinale die topgesetzten Chinesen Fan Zhendong/Xu Xin aus dem Turnier befördern konnte.

Nach vielen Monaten chinesischer Dominanz scheint im Moment die Tischtenniswelt Kopf zu stehen, alles scheint plötzlich möglich, kein Matchausgang mehr unwahrscheinlich..

Über den Autor

Seb

Seb has succeeded in living his passion for table tennis. A long-time player, he connected to professional table tennis as commentator for the ITTF, travelling to top events such as World Championships and reporting live from the action. In 2014, Seb became part of the Butterfly Team, working in international Sales and Marketing at Butterfly Europe in Germany.

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